Balintgruppenarbeit

Was ist Balintarbeit?

In Balintgruppen betrachten wir die Arzt-Patient-Beziehung, um ein vertieftes Verständnis für „den Arzt, seinen Patienten und die Krankheit“ zu gewinnen – wie es Michael Balint in seinem Buch The doctor, his patient and the illness (1957) beschreibt.
Ich bin von der Deutschen Balintgesellschaft e. V. (DBG) zertifizierte Balintgruppenleiterin und bei der Ärztekammer Baden-Württemberg im Rahmen der Weiterbildung für Ärzt:innen zugelassen.

Ursprünge der Balintmethode

Die Methode entstand nach dem Zweiten Weltkrieg an der Tavistock Clinic in London. Der aus Ungarn stammende Psychiater und Psychoanalytiker Michael Balint entwickelte sie gemeinsam mit seiner Ehefrau Enid Balint, Sozialarbeiterin und Psychoanalytikerin.
Sie arbeiteten mit Gruppen von Allgemeinmediziner:innen, deren Praxen viele traumatisierte Patient:innen aufsuchten – ein Umstand, der das Bedürfnis verstärkte, über die Beziehungen zwischen Ärzt:innen und Patient:innen zu reflektieren.

Ziele und Vorgehen

Balint beschrieb den Zweck der Arbeit als „Training cum Research“:
eine Klärung und Verbesserung der Arzt-Patient-Beziehung sowie ein tieferes Verständnis ihrer Funktionsweise.
Ein zentrales Element ist das „Dritte Ohr“ – die Fähigkeit, nicht nur auf klinische Fakten, sondern auch auf Tonfall, Stimmung, unausgesprochene Botschaften und ausgelöste Gefühle zu hören.

Wirkung der Balintarbeit

Durch diese erweiterte Wahrnehmung wird es leichter, über die Krankheit hinaus die gesamte Persönlichkeit und das Umfeld eines Menschen zu erkennen.
Die Kommunikation zwischen Ärztin/Arzt und Patientin wird offener, verständlicher und effektiver.
Damit dient Balintarbeit sowohl dem Wohle der Patientinnen als auch dem der behandelnden Ärzt*innen.

Weiterführende Informationen und Kontakt

Weitere Informationen zur Balintgruppenarbeit finden Sie auf der Website der Deutschen Balintgesellschaft.

Haben Sie Interesse? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Copyright 2026. Prof. Dr. med. Barbara Wild
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